Schlössli
Pädagogik

Geistige Quellen

 

Erich Fromm

Erich Fromm ist einer der größten Humanisten des 20. Jahrhunderts. Er ist der erste Psychologe, der in der ganzen Konsequenz die Psychologe auf die Gesellschaft anwendet. Obwohl er aus einer traditionsreichen Rabbinerfamilie kommt, befreit er sich vom Judentum in eine höhere Ordnung des Humanismus. Er emigriert nach Amerika und schreibt in New York sein wichtiges Buch „Furcht vor der Freiheit“ (1941). Darin stellt er die Frage, wie es möglich ist, dass eine so hohe kulturelle deutsche Gesellschaft fähig wird, zu solchem Verbrechen, wie der Holocaust. Mit gängigen psychologischen Begriffen, wie z. B. Sadismus und Masochismus, zeigt er, wie der Mensch Angst hat vor der Freiheit und sich lieber in eine perverse Abhängigkeit begibt, als sich kreativ, durch das Aushalten des Alleinseins zur Unabhängigkeit und Freiheit entwickeln kann. Wie schon Rudolf Steiner in seiner „Philosophie der Freiheit“ darlegt, zeigt Fromm die kreative, intuitive Freiheit als das eigentlich moralisch Menschliche. Steiner fordert eine Erziehung zur Freiheit.

Das Kultbuch „Kunst des Liebens“ (1956) erreicht über 60 Auflagen. Darin charakterisiert er Liebe als künstlerische Fähigkeit und nicht objektbezogen. Wieder ist es die Kunst, wie bei Steiner, die den Menschen erst zum Menschen macht.

In „Haben oder Sein“ (1976) wird Fromm zum existentiellen Kapitalismuskritiker. Nicht das Haben ist der kreative Teil des Menschen, sondern im Sein wird der Mensch ganz Mensch. Hier finden wir das Anliegen des Heiligen Franziskus und das Prinzip der Theologie der Befreiung von Leonardo Boff. Die Schlösslipädagogik hat sich immer dafür eingesetzt, dass Kinder und Jugendliche sich am eigenen Sein orientieren können. Wir brauchen eine Pädagogik des Seins.

Ein wichtiges Phänomen zeigt er, dass die pervertierte Gesellschaft sich lieber am Toten orientiert, als am Lebendigen. Es gilt darum auch in der Pädagogik, sich nicht vor allem nekrophilisch mit der Technik und Materiellem zu beschäftigen, sondern die Liebe zum Lebendigen(Biophilie) zu fördern. Schlösslipädagogik fordert darum, Naturerlebnisse, Gartenbau, Tierpflege, Pflege von Hilfsbedürftigen usw.

Erich Fromm