Schlössli
Pädagogik

Geistige Quellen

 

Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827)

Pestalozzi ist wohl der bekannteste Pädagoge und doch wird seine Persönlichkeit und sein Werk heute im Allgemeinen kaum wahrgenommen.  Er dient heute noch für Abhandlungen der Pädagogik-Geschichte. Im heutigen pädagogischen Diskurs wird er als veraltet angeschaut.

Die Schlösslipädagogik gründet existentiell auf dem Menschenbild Pestalozzis. Pestalozzi war in seinen jungen Jahren begeistert von dem Sozialrevolutionär und geistigem Vater der Französischen Revolution(1789) Jean Jaques Rousseau(1712-1778). „Die beste Erziehung ist keine Erziehung“ (education negativ) war sein pädagogischer Schlachtruf und somit der Grundstein bis in unsere Zeit mit der Anti-Pädagogik, schwarzen Pädagogik und antiautoritären Erziehung. „Der Mensch wird gut geboren und wird dann von der Gesellschaft nur noch schlechter gemacht“ ist dieser rousseauscher Radikalismus. Der Mensch soll von der noch heilen Natur erzogen werden. Diese Skepsis gegenüber der manipulatorischen gesellschaftlichen Erziehung ist gerade heute wieder gefragt und ist ein wichtiges Element der Schlösslipädagogik.

Pestalozzi hat diese rousseausche These metamorphosiert in seinem genialen trinitarischen Menschenbild: „ Der Mensch ist Werk der Natur, der Mensch ist Werk der Gesellschaft, der Mensch ist Werk seiner selbst“. Diese polaren, antithetischen und paradoxen Thesen geben in der Lebenswirklichkeit Sinn. Der Mensch gehört durch seinen Leib der elementaren Natur an. Der Mensch soll seelisch sich auch in die Gesellschaft und Kultur einordnen. Der Mensch soll aber immer mehr sich selber werden. „Werde der du bist“ heisst darum auch die Jubiläumsschrift zum 50. Geburtstag des Schlösslis. In der Schlösslipädagogik heisst es dann, dass der Mensch sich wiederum mit der Natur verbinden muss. Nicht zurück zur Natur, wie es Rousseau predigte, sondern vorwärts zur Natur!

Das Schlössli hat auch darum einen Bezug zum Pestalozzi, weil das Schauspiel von Albert Steffen „Pestalozzi“ viele Male mit Kindern und MitarbeiterInnen aufgeführt wurde. Dort zeigen sich im Lehrerstreit die polaren Kräfte von Niederer und Schmid, die luziferischen und ahrimanischen Kräfte. Pestalozzi wird hier dargestellt als die christliche Mitte. Im Schauspiel erleben wir die drei letzten Tage von Pestalozzi und seine Lebensrückschau in Traumbildern.

Im April 2015 kam ein Werk im Ch. Möllmann-Verlag heraus: Johann Heinrich Pestalozzi, ein Vorverkünder der „Philosophie der Freiheit“ Rudolf Steiners von Ueli Seiler-Hugova. Hier zeigt der Autor u.a. wie Persönlichkeit und Werk Pestalozzis mit der Schlösslipädagogik zusammenhängt.

Johann Heinrich Pestalozzi